Einen Besuch wert: Das Klooseum – Museum of Modern Arsch

Seit Anfang April lädt „Harlekin’s Klooseum – Museum of Modern Arsch“ Besucher ein, die Kulturgeschichte des „stillen Örtchens“ etwas näher kennen zu lernen.

Damit realisiert der Wiesbadener Sammler Michael Berger (siehe Foto) ein Konzept, das sich ausschließlich um das Unaussprechliche dreht und das in dieser Form bislang einzigartig auf der Welt ist.

In einem ruhigen Örtchen, einem alten Pfarrhaus wird diese ungewöhnliche Schau präsentiert, die ganz ohne öffentliche Gelder und Förderung auskommt. Den Besucher erwarten nicht nur Klobürsten, Nachttöpfe, Klorollen, Furzkissen, sondern auch ungewöhnliche Exponate wie die Nachbildung des letzten selbständigen Ostberliner Klomanns vor der Wende.

Gleich am Eingang lauert in 64 Sprachen das berühmte Zitat „Leck mich am A….“ auf den Besucher. In allen Variationen sind Klobürsten zu sehen. Tageslosung: „Wir bürsten wie die Fürsten!“ und es reift die Erkenntnis – die Klorolle ist die wichtigste Rolle im Leben 😉

In der Öko-Ecke gibt es all das zu erblicken, was die Verdauung und die Darmwinde fordert und gesammeltes Sponti-Wissen: „Esst mehr Scheiße – Millionen Fliegen können nicht irren“. Nein, Sie sind jetzt noch nicht am Arsch der Welt, aber Kuhfladenuhren vermitteln dem Besucher die aktuelle Zeit in London, Tokio und Paris und die Erkenntnis – andere Länder, andere Haufen. Kein geringerer als die Weltbank hat sich die Mühe gemacht, die Fäkaliengewichte der Geschlechter und Völker zu erfassen.

Wie breit das Thema angelegt ist, zeigt ein Blick in die Weltgeschichte. Die Zitatensammlung rund um das kleine Geschäft ist erdrückend. Kurz gesagt – Verdauung ist das halbe Leben. Vom Reformator Luther („Aus einem verzwickten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“) bis zu Charles Bukowski („Sex ist interessant, aber nicht das einzig Entscheidende. Ich will sagen, es ist nicht mal so wichtig (technisch gesehen) wie das Scheißen. Ein Mann kann 70 Jahre alt werden, ohne je eine Nummer zu schieben, aber ohne Stuhlgang kann er in einer Woche tot sein.“) haben sich die großen Geister dieser Welt so ihre Gedanken gemacht.

In der Station „Pipi-Fax“ dreht sich alles um Kunst und Kitsch. Vom „Arsch mit Ohren“ bis zum Stinkefinger. Posthum kann man sich auch an den Diktatoren vergehen. Die Konterfeis von Hitler, Mao und Stalin starren aus Pissoirs. Alternativ kann frau mit einer Hitler-Klobürste im braunen Schlamm wühlen.

Unter www.klooseum.de findet ihr mehr Infos zum Museum of Modern Arsch. Noch bis Ende August könnt ihr die Sammlung rund ums Klo bestaunen. Der Eintritt kostet 4,99 Euro.

[Bilder: Horst Ziegenfusz]

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